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Bekommen wir nun (endlich) Xcode für das iPad?

Letzte Woche hat Apple neue iPad Pro-Modelle vorgestellt. So weit, so wenig spektakulär. Die neuen Modelle besitzen denselben Formfaktor wie die Geräte aus dem Jahr 2018, die Hauptänderungen beziehen sich auf die Kamera (inklusive futuristischem LiDAR-Scanner!) sowie ein optimiertes Innenleben dank neuem A12Z-Chip.

Tatsächlich machen die 2020er-Modelle des iPad Pro auf mich den Eindruck eines kleinen Updates. Für Neukäufer ist das Mehr an Leistung sicherlich toll, doch Besitzer des Vorgängers dürften in der Regel kaum auf die neuen Modelle umsteigen; dafür ist der Preis für den gebotenen Mehrwert schlicht zu hoch (einmal ganz abgesehen davon, ob man bereits nach zwei Jahren in ein neues iPad investieren muss oder sollte, aber ich schweife ab).

Wesentlich spannender fand ich da die parallele Vorstellung des neuen Magic Keyboard, einer neuen Tastaturhülle für das iPad Pro, die nicht nur über eine integrierte Hintergrundbeleuchtung verfügt und eine freie Winkeleinstellung des iPad erlaubt (und ja, einen USB C-Anschluss hat sie auch noch). Nein, das wahre Highlight stellt das integrierte Touchpad dar. Denn mit dem (seit gestern verfügbaren) iPadOS 13.4 unterstützt Apples Tablet offiziell den Umgang mit Cursorn auch abseits der Bedienungshilfen. Der Einsatz einer Maus oder eben auch eines Touchpads wird so mit diesem kleinen Feature-Update plötzlich Normalität für alle iPad-Nutzer.

Diese neue Tastaturhülle (die übrigens auch mit den iPad Pro-Modellen aus dem Jahr 2018 funktioniert) hat in mir erneut Sehnsüchte für eine Xcode-Version für Apples Tablet geweckt. Und möglicherweise liege ich komplett daneben, doch ich finde, wir waren noch nie so nah dran an einer realistischen Umsetzung von Apples IDE für das iPad.

Was dafür spricht

Die Unterstützung von Touchpads und Mäusen erlaubt wesentlich präziseres Arbeiten mit dem iPad, nicht zuletzt, da man für Interaktionen nicht länger den Arm heben und auf dem Display herum wischen muss. Das ist ein extremer Gewinn in puncto Usability, von der auch eine Xcode-Umsetzung für das iPad massiv profitieren würde.

Dann haben wir seit Herbst das SwiftUI-Framework. Nutzeroberflächen lassen sich damit so einfach erstellen wie noch nie, und sind wir einmal ehrlich: Die Integration von SwiftUI dürfte auf dem iPad deutlich leichter fallen als die von Storyboards und XIB-Dateien.

Und dann ist da noch diese neue „Entwicklerwerkzeuge“-Kategorie, die Apple Anfang des Jahres im iOS- bzw. iPadOS-App Store eingeführt hat. Schließlich würde sich da ein Xcode wunderbar einfügen …

All das sind Punkte, die mich glauben machen, dass eine mehr oder weniger vollwertige IDE von Apple noch dieses Jahr für das iPad veröffentlicht werden könnte. Sie würde in meinen Augen komplett auf Swift und SwiftUI setzen, was Apple gleichzeitig dazu nutzen kann, diese beiden Technologien weiter zu pushen. Gerade bei dem noch so jungen SwiftUI wäre das von großem Vorteil.

Was dagegen spricht

Eine IDE für ein Tablet ist wohl mit das komplexeste, was man als Entwickler umsetzen kann; auch für ein Unternehmen wie Apple. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die Zielgruppe am Ende wirklich groß und attraktiv genug ist, um ein solches Projekt umzusetzen. Denn sicherlich wird die Haupt-Entwicklungsumgebung in der Apple-Welt auch in Zukunft der Mac bleiben.

Fazit

Das iPad hat seit seiner erstmaligen Einführung eine wahnsinnige Entwicklung hingelegt und verfügt heute über eine Leistung und einen Formfaktor, die es zu einem ernstzunehmenden Arbeitsgerät machen. Warum also nicht auch eine mehr oder weniger vollwertige IDE für Apples Tablet? Ich warte gespannt auf die diesjährige WWDC und hoffe, dass dieser Traum, den ich bereits seit der Vorstellung von Swift hege, vielleicht jetzt Wirklichkeit wird.

Wie seht ihr das? Wünscht ihr euch ebenfalls Xcode für das iPad? Oder wäre das eine Anwendung, die für euch auf dem Tablet vollkommen uninteressant wäre?

Euer Thomas

One Comment

  1. Sergio Sergio

    Mein eindruck, ist dass eventuell in der zukunft möglich wird, macOS auf dem iPad zu haben und damit auch Xcode. Vielleicht kann man dann zwischen macOS und iPadOS für das iPad wählen.

    Evtl iPad wird die MacBook Air ersetzen.

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