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Sollte man Apple Beta-Software installieren?

Es wirkt verlockend, jedes Jahr aufs Neue. Kurz nach der Eröffnungs-Keynote zur WWDC (die in diesem Jahr eher einer gelungenen Unterhaltungs-Show glich) stehen für Entwickler bereits erste Betas der kommenden Betriebssystem-Versionen von macOS, iOS und Co. bereit. Das weckt Begehrlichkeiten. Schließlich bedeutet das doch, dass man bereits jetzt die neuesten Updates für Mac, iPhone und Co. auf seinen Geräten installieren kann (zumindest, wenn man registrierter Entwickler ist und so Zugriff auf die Beta-Versionen besitzt). Dazu kommt das offizielle Apple Beta Software-Programm, das die neuen Versionen allen Interessenten zugänglich macht.

Jedes Jahr aufs Neue verfolge ich auf Twitter, wie vorrangig Entwickler die Betas nicht (nur) auf dedizierten Testgeräten installieren, sondern auch auf denen, die sie tagtäglich produktiv im Einsatz haben. Das gilt allen voran für iOS, dessen neue Versionen wohl die größten Begehrlichkeiten sowohl bei Nutzern als auch Entwicklern wecken.

Das vermittelt in meinen Augen aber ein falsches Bild. Denn die Beta-Software von Apple ist nicht dazu gedacht, drei Monate früher als alle anderen die neuen Betriebssystem-Versionen einzusetzen und sich an den neuen Features zu erfreuen. Sie erfüllt stattdessen genau zwei Zwecke:

  1. App-Entwickler können ihre Apps frühzeitig mit den neuen Versionen testen und sie gegebenenfalls optimieren.
  2. Nutzer können die neuen Versionen hin auf potentielle Fehler oder Unzulänglichkeiten hin untersuchen und ihr Feedback mit Apple teilen.

Es sind BETAs!

Bei allem Verständnis dafür, all die neuen tollen Features von macOS Big Sur oder iOS 14 bereits heute verwenden zu wollen: Es gibt sie noch nicht. Daran ändern auch die verfügbaren Beta-Versionen nichts. Denn der Name ist Programm: Es handelt sich um Betas, sprich um unfertige Software, die durchaus auch schwerwiegende Fehler enthalten kann. Und selbst, wenn die heute verfügbaren Beta-Versionen einwandfrei laufen, muss das nicht für eins der kommenden Beta-Updates gelten.

Apple stellt die Betas nicht zur Verfügung, damit wir uns als Entwickler und Nutzer frühzeitig an den neuen Funktionen der kommenden Betriebssysteme erfreuen können (auch wenn das je nach Stabilität einer Beta durchaus der Fall sein kann). Wie eben beschrieben erfüllen die Betas stattdessen ausschließlich zwei Zwecke:

Zum einen sollen App-Entwickler mit ihnen ihre Apps testen und gegebenenfalls anpassen. Das meint aber nicht, das Entwickler die Beta zwingend auf ihren Produktivgeräten installieren sollen. Stattdessen ist es immer besser, dafür auf dedizierte Testgeräte zurückzugreifen.

Zum anderen können Nutzer die Beta installieren, um mehr oder weniger explizit Tests an den neuen Betriebssystem-Versionen durchzuführen und Apple mit entsprechendem Feedback bei der Entwicklung zu unterstützen. Ein Jammern in sozialen Netzwerken darüber, was mit der Beta noch nicht geht oder welche Probleme sie verursacht, hat nichts mit derartigem Feedback zu tun.

So oder so ist in beiden Fällen die Erwartungshaltung wichtig. Apple liefert uns mit den Betas eben keine finale Software aus. Die Entwicklung ist noch in vollem Gange, und das kann bei Einsatz der Betas zu massiven Problemen führen. Doch der Punkt ist: Das ist okay! Und installiert man eine solche Beta auf einem Gerät, das im Produktiveinsatz und entsprechend wichtig ist, muss man sich bewusst sein, dass dieses Gerät möglicherweise Fehler verursacht oder es zu Datenverlust kommen kann.

Sinn der Beta

Mit den Betas von macOS, iOS und Co. erhält man Zugriff auf Vorabversionen der kommenden Updates. Sie sind dazu gedacht, Apps frühzeitig unter diesen neuen Versionen zu testen und gegebenenfalls anzupassen. Auch können Nutzer sie einsetzen, die gewillt sind, Fehler und sonstige Unzulänglichkeiten an Apple zu melden.

Die Betas sind aber kein verfrühter Zugriff auf die finalen und stabilen Versionen, auch wenn deren Qualität bisweilen einen solchen Anschein erwecken mag. Kleine und große (sowie kritische) Probleme können jederzeit auftreten. Und derartige Beta-Software hat in meinen Augen nichts auf Produktivgeräten verloren.

Euer Thomas

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