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Warum Apple Arcade großartig für Game-Developer ist

Apple Arcade zählte für mich – neben dem in Deutschland wohl noch sehr sehr lange auf sich wartenden Service Apple News+ – zu den Highlights von Apples Special Event am Montag, dem 25. März 2019. Als passionierter Gamer ist der neue Dienst allein schon aufgrund des Fokus‘ auf Spiele enorm interessant für mich.

Noch spannender allerdings finde ich den grundlegenden Gedanken, der hinter Apple Arcade steckt. In Zeiten, in denen Games für Plattformen wie iOS gefühlt zu 90% auf Werbung oder In-App-Käufe mit abnorm hohen Summen setzen, ist es regelrecht wohltuend, einen Service serviert zu bekommen, der auf diese Form der Monetarisierung verzichtet und den Schwerpunkt zurück auf das lenkt, was für die meisten Gamer wohl am wichtigsten ist: gute, innovative und vollständige Spielerlebnisse ohne künstliche Unterbrechungen.

Doch nicht für Gamer ist Apple Arcade meiner Meinung nach eine spannende Sache, sondern gerade auch für Entwickler.

Eine Frage der Monetarisierung

Wer heute ein Spiel entwickeln möchte, wird in diesem vollkommen überrannten Markt um die Frage nicht herumkommen, wie das Projekt denn am Ende monetisiert werden soll. Und gerade aufgrund der enormen Vielzahl von Spielen, die unter iOS zur Verfügung stehen und jeden Tag um die Gunst der Gamer buhlen, geraten da schnell zwei Geschäftsmodelle in den Fokus: Finanzierung durch Werbung oder In-App-Käufe. Das Spiel selbst steht gratis bereit, um möglichst viele Downloads (und damit mögliche Einnahmen) zu generieren, während die In-App-Käufe idealerweise so gestaltet werden, dass sie immer und immer wieder Geld in die Kassen spülen.

Das mag fürs Geschäftskonto eine tolle Sache sein. Für passionierte Gamer ist es eher wie ein Schlag ins Gesicht.

Spiele, die mich dazu zwingen, eine halbe Stunde oder länger zu pausieren oder alternativ mit virtuellen Diamanten zu bezahlen, sind in meinen Augen keine richtigen Spiele. Natürlich gibt es bestimmte Titel wie Aufbausimulationen oder Strategiespiele, bei denen man genrebedingt regelmäßig warten muss, ehe bestimmte Ressourcen bereitstehen und man fortfahren kann. Doch davon spreche ich auch nicht. Wenn ein Rennspiel mir nach vier Rennen mitteilt, mein Tank sei leer und erst wieder in einer halben Stunde für ein einziges weiteres Rennen verfügbar, dann ist der Spaß schnell für mich vorbei. Erst recht dann, wenn das Spiel mir in all seiner Wohltätigkeit doch anbietet, gleich fortsetzen zu können, wenn ich nur genügend Geld bezahle.

Eine Bühne für „richtige“ Spiele

Mit Apple Arcade bricht Apple aus diesem Sumpf von Titeln aus, bei denen man binnen einer Woche mehrere hundert Euro lassen könnte. Stattdessen besinnt man sich auf die Art von Spiele, die sich – behaupte ich einmal – die meisten Gamer auch wirklich so wünschen: Vollwertige Games mit aktueller Technik und innovativem Spieldesign, die einen nicht mit Werbung, In-App-Käufen und Wartezeiten regelmäßig aus dem Geschehen reißen.

Endlich erhalten Entwickler von Spielen so eine Bühne, um ihr Business Model auch außerhalb von Werbung und In-App-Käufen auszurichten. Endlich kann es sich wieder lohnen, in hochwertige Spiele zu investieren, die nicht darauf ausgelegt sind, die Nutzer regelmäßig zu melken. Wenn Apple das vernünftig anstellt und die Entwickler eine ordentliche Vergütung erhalten, ist Apple Arcade für mich als Gamer und Entwickler eines der größten Highlights seit ich zum ersten Mal Angry Birds auf dem iPhone gespielt habe.

Würde ich heute ein Spiel entwickeln, ich würde auf jeden Fall versuchen, es über Apple Arcade zu vertreiben. Zwar dauert es noch bis Herbst, bis der Service verfügbar ist, doch Apple hat mich jetzt schon enorm überzeugt. Ich warte gespannt auf das finale Produkt und hoffe sehr, dass es bei Gamern wie Entwicklern gleichermaßen gut ankommt.

Freut ihr euch ebenfalls auf Apple Arcade? Und wie seht ihr den Service aus Entwicklersicht?

Euer Thomas

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